Gewalt im Kinderzimmer!

Planungsentwurf für einen medienpädagogischen Elternabend

Die wollen uns doch nur das Fernsehen vermiesen". Das Thema Medienerziehung schreckt zunächst einmal viele Eltern ab, denn sie fürchten den pädagogischen Zeigefinger. Nur in entspannter Atmosphäre werden an einen Elternabend Mediennutzungsstile überdacht und der Blick für die Medienerlebnisse der Kinder geöffnet. Von der Einladung über die Organisation bis zum inhaltlichen Aufbau einer Veranstaltung zum Thema „Gewalt in den Medien" bietet dieser Planungsentwurf ein solides Gerüst und eine Fülle von Anregungen, damit der medienpädagogischer Elternabend in einer Kindertageseinrichtung oder Grundschule zum Erfolg wird.

von Sabine Schattenfroh

99% aller Haushalte besitzen einen Fernseher. Doch nicht nur der Fernseher, sondern auch andere elektronische Medien sind fester Bestandteil des familiären Alltags. Die Mediennutzung von Kindern beginnt also in ihren Familien, deshalb sollte dort auch die Medienerziehung ihren Anfang nehmen. Elternabende ab dem Kindergartenalter können die Eltern frühzeitig bei dieser nicht immer leichten Aufgabe unterstützten.

Für viele Eltern stellen diese Veranstaltungen einen ersten Berührungspunkt mit dem Thema Medienerziehung in der Familie dar; für die Veranstalter bieten sie die Chance , Aufgeschlossenheit und Kooperationsbereitschaft für das Thema zu wecken.

An einem solchen Abend wird den Eltern vermittelt, dass elektronische Medien ein Teil des kindlichen Medienalltags sind und von Kindern - insbesondere mit pädagogischer Unterstützung - sinnvoll genutzt werden können. Eltern fehlt es häufig an Selbstbewusstsein, ihrem Nachwuchs beim Erwerb von Medienkompetenz ein wichtiger Partner sein zu können. Ein Elternabend ermutigt sie bei dieser Aufgabe und vermittelt ihnen Basiswissen über die kindliche Wahrnehmung und Verarbeitung von Medienerlebnissen. Aber auch die kritische Überprüfung des eigenen Medienverhaltens und das Reflektieren der persönlichen Medienerlebnisse durch die Eltern fördern das Verständnis für den kindlichen Medienalltag.

Themenfindung

Meistens gibt es einen Grund, warum ein medienpädagogischer Elternabend geplant wird: Die

Medienerlebnisse der Kinder werden in die Einrichtung getragen, das Kollegium hat eine medienpädagogische Fortbildung besucht oder aber Eltern gaben den Impuls zu einer solchen Veranstaltung.

Um möglichst viele Besucher für die Veranstaltung zu gewinnen, sollte die Interessenlage bei Elternschaft und Personal durch eine Umfrage eruiert werden: Liegt ein aktuelles Thema vor oder sind eher allgemeine Infos gefragt?

Bewährte Beispiele für Themen rund um TV und PC lauten:

Planung im Team

- Auswertung der Elternumfrage

- Gemeinsame Zielformulierung entwickeln: Was wollen wir mit dem Elternabend erreichen?

- Inhalt und Ablaufplanung erstellen

- Wer übernimmt welche Aufgaben der Checkliste? Was kann vom Kollegium geleistet werden? Evtl. vor dem Elternabend an einer Fortbildung teilnehmen oder zusätzlich

externe Referenten zur Unterstützung einladen?

Inhalt-und Ablaufplanung :Checkliste - wer macht was?

¨ Medienpädagogische Projektplanung und Durchführung mit den Kindern

¨ Einladungen, Plakate und Pressemitteilung

¨ Evtl. Anmietung von passenden Räumlichkeiten

¨ Passende thematische Ausstattung des Raumes

¨ Technische Ausstattung für die Veranstaltung

¨ Vortragsplanung und -durchführung

¨ Ausstattung eines Infotisches

Einbeziehung der Eltern führt zur Arbeitserleichterung u. Mitverantwortlichkeit

 

Die Eltern mobilisieren

Projektbeispiel- „Kinder und Werbung": Ein Fernseher wird gebastelt, Kinder spielen Werbung nach, schauen zu, werten gemeinsam aus: Woran erkenne ich Werbung? Wie funktioniert Werbung? Wozu gibt es Werbung?

Foto von Projektbeispiel

Plakatbeispiel:

 

Planung Medieneinsatz

Folgende Medien können je nach Bedarf eingesetzt werden:

Raumausstattung

Auszug des Originalartikels von Sabine Schattenfroh. Lesen Sie weiter im Heft: EINFACH ANFANGEN unter "Gewalt im Kinderzimmer"