Krass und brav
Mädchen in Jugendkulturen
Jugendkulturen haben in der Vergangenheit
zur Veränderung des traditionellen Geschlechterverhältnisses und zur
Entwicklung neuer Männer- und Frauenbilder beigetragen. Dennoch sind die
meisten Jugendkulturen, die sich heute international über alle Sprach – und
Ländergrenzen hinweg konstituieren, noch immer Jungenkulturen. Neben
vereinzelten Szenen, die weiblich dominiert sind, gibt es aber in allen
Jugendkulturen eine steigende Zahl aktiver Frauen und Mädchen, denen digitale
Medien – allen voran das Internet – hervorragende Möglichkeit der Vernetzung
und Präsentation bieten. Ein Streifzug durch verschiedene Szenen gibt Einblick,
welche Rolle Mädchen darin jeweils spielen.
Von Gabriele Rohmann
Baby, baby, baby - dies ist
deine Zeit
die du verlierst und ich weiß
nicht einmal
ob du ein Rock'n'Roll oder
ein Techno-Girls wirst.
Ein mathematisches
Naturtalent
oder eine, die allen ihr Herz
verschenkt?
Wer wirst du in dieser Welt
und ob dir einmal alles
leicht fällt? ... Baby, baby, baby
wo ist das Vorbild für das
Leben das ich meine?
Wo sind die Role Models die
mir zeigen, wie es geht
vielleicht gibt es welche ich
kenne keine...
Liedzeilen aus dem Song "Rockerbraut &
Mutter" (Album "La Beat", Trikont 2005) der Künstlerin
Bernadette La Hengst, in dem sie musikalisch die Situation vieler Mädchen in
Jugendkulturen verarbeitet. Die Begründerin und Leaderin der Band Die Braut haut ins Auge, die mit dieser
Band mehr als zehn Jahre beachtliche Erfolge auch in popkulturellen Segmenten
verzeichnete und nun Solo unter dem Namen Bernadette
La Hengst als Musikerin, Schauspielerin und Politaktivistin firmiert, weiß,
wovon sie spricht. Als Künstlerin hat sie sich über viele Jahre im Popbusiness
zu behaupten gelernt, sowohl in All-Female-Bands gespielt als auch mit
Künstlern zusammengearbeitet und dabei das Thema Mädchen und Frauen in 'Pop-
und Rockwelten' nie aus den Augen verloren -- wenn gleich ihr die daraus
resultierenden Anfragen für Podiumsdiskussionen, Interviews und Berichte als
emanzipierte und engagierte 'Vorzeigefrau' eher lästig als lieb sind.
Die meisten Jugendkulturen sind auf den ersten Blick
immer noch Jungenkulturen. Männliche Skater, HipHoper, Metaler, Skinheads,
Hardcoreler, Punks oder DJs scheinen die einzelnen kulturellen Szenen zu
dominieren, geben mehrheitlich Zeitschriften und Fanzines heraus, treten
öffentlichkeitswirksamer in Erscheinung und werden mehr beachtet - sowohl von
den Jugendlichen als auch von den Medien oder der Forschung.
Dabei zeigt ein genauer Blick hinter die Kulissen ein
etwas differenzierteres Bild der Aktivitäten von Jungen und Mädchen in
mehrheitlich von jungen Menschen gestalteten und konsumierten Szenen. In allen
genannten Kulturen gibt es auch engagierte Frauen, die sich nicht nur über ihre
Funktion als Freundin definieren,
sondern die mit ganz unterschiedlichen Strategien und Rollen in diesen
Szenen “Doing“ und “Undoing Gender“-Prozesse in Gang setzen oder mitgestalten -
auffällig oft im Medienbereich als Fotografinnen, Webdesignerinnen, Modemacherinnen,
Filmerinnen, Fanzine-Schreiberinnen oder Redakteurinnen für kommerzielle
Szene-Magazine.
Internetgeneriert: die Visual Kei-Szene
Mädchen und junge Frauen nutzen das Internet zwar
immer noch nicht gleichermaßen intensiv
wie die Jungen, sie informieren sich aber über Musik und KünstlerInnen neben
einschlägigen Massenmedien wie BRAVO oder MÄDCHEN auch auf Websites wie MySpace oder nutzen anderen
Internet-Angebote zu ihrer jugendkulturellen Bildung und Entfaltung. Jüngstes
Beispiel dafür ist die in Deutschland seit einigen Jahren wachsende
Jugendkultur Visual Kei. Diese wird hauptsächlich von Mädchen im Alter zwischen
13 und 19 Jahren belebt. Ursprünglich kommt Visual Kei aus Japan. Junge Japaner
und Japanerinnen begannen in den 1990er-Jahren den androgynen Style so
genannter J-Rock-Bands zu kopieren. J-Rock
oder -Pop ist ein Sammelbegriff für japanische Musik, die viele
unterschiedliche Stile zusammenbringt. Dazu zählen Pop, Glam, Rock, Punk, Metal
oder Gothic. Einer der bekanntesten J-Rock-Sänger, Mana, nutzte diesen Trend, um seinen Fans gleich eigene
Kollektionen via Internet anzubieten. Zunächst nur Insidern bekannt, kursierten
Styles und Musik hauptsächlich im Web und kamen als "vollständig medial generierte, geradezu als eine internetgenerierte
Szene", so der Kulturwissenschaftler Marco Höhn1, nach
Deutschland.
Die Szene besteht aber aus mehr als originalgetreuem
Kopieren von Images und stundenlangem Sitzen vor dem Computer: In Deutschland
ist nach Höhn seit einiger Zeit eine stärkere Nachfrage von Japanisch-Kursen
seitens junger Mädchen zu beobachten. Die Szene-Komponente Cosplay – für Costume Play – spielt eine zentrale Rolle.
Hauptsächlich Mädchen treffen sich zu Conventions oder Visual-Treffen.
Gewinnerin ist nicht, wer das teuerste Kostüm trägt, sondern wer japanische
Gothic-Lolita-Styles oder J-Rock-Stars zwar relativ nah am Original abbildet,
aber das möglichst selbstgeschneidert.
Ladyfeste und Riot Girrrls
Eine andere der wenigen Szenen, in der sich
mehrheitlich Mädchen und Frauen bewegen, ist die Ladyfest-Szene, die sich aus
der Riot-Grrrl-Szene weiterentwickelt hat. 1991
riefen in Olympia, US-Bundesstaat Washington, Mädchen und Frauen, die der
Punk-, Hardcore- oder Grunge-Szene nahe standen, die Riot-Grrrl-Bewegung ins
Leben, die das konservative Frau- und Mädchensein sowie die bipolare sexuelle
Zuordnung männlich – weiblich radikal infrage stellte. Dazu heißt es im
Riot-Grrrl-Manifest:
"WEIL wir mädchen uns nach platten, büchern
und fanzines sehnen, die UNS ansprechen, in denen WIR uns mit eingeschlossen
und verstanden fühlen.
WEIL es für uns mädchen einfacher
werden soll, unsere arbeiten zu hören/sehen, damit wir unsere strategien teilen
und uns gegenseitig kritisieren/applaudieren können.
WEIL wir die produktionsmittel
übernehmen müssen, um unsere eigenen bedeutungen zu kreieren...
WEIL wir wege finden wollen, wie
wir antihierarchisch sein und musik machen, freundschaften und szenen
entwickeln können, die auf kommunikation und verständnis basieren und nicht auf
konkurrenz und kategorisierungen von gut und böse ..." 2
Die Riot Grrrls orientierten sich im Outfit an der Grunge-Ikone und
Ehefrau des Nirvana-Sängers Kurt Cobain Courtney
Love. In Babydoll-Kleidchen, kantigen Stiefeln und mit alles andere
als smartem Auftreten forderten sie ihr Recht auf sexuelle Befreiung, die freie
Wahl von Geschlecht jenseits der heterosexuellen Vorstellungen, also Schwul-,
Lesbisch-, Trans- und Queersein, und einen öffentlichen Diskurs über die
sexuelle Unterdrückung der Frauen ein.3
Zahlreiche Riot-Grrrl-Fanzines und -Bands entstanden, die international
bekanntesten sind Bikini Kill und Tribe 8. Umdeutungen und neue Begriffe
spiel(t)en bei den Riot Grrrls eine wichtige Rolle. Das verdeutlicht schon der
Name: "Grrrl bringt das Knurren
zurück in unsere Miezekatzekehlen. Grrrl zielt darauf, die ungezogenen,
selbstsicheren und neugierigen Zehnjährigen in uns wieder aufzuwecken, die wir
waren, bevor uns die Gesellschaft klar machte, daß es an der Zeit sei, nicht
mehr laut zu sein und Jungs zu spielen, sondern sich darauf zu konzentrieren,
ein 'girl' zu werden, das heißt eine anständige Lady, die die Jungs später
mögen würden." 4
Schnell wurde die Riot-Grrrl-Bewegung gesellschaftlich entschärft und
erlangte als popkultureller Ausdruck mit Etikettierungen wie
"Girlpower" oder "Girlies" und Bands wie den Spice Girls weltweit Beachtung –
allerdings der radikalen politischen Inhalte entledigt. Die weltweite
Vernetzung vor allem über Fanzines, das Internet, Konzerte und Festivals ist aber bis heute virulent geblieben und mündete schließlich in den
Ladyfesten. Das erste dieser Feste veranstalteten die (Ex)Riot Grrrls im Jahr
2000 ebenfalls in Olympia, Washington. Auch hier wird ein Begriff, der lange
Zeit konservativ konnotierte der
"Lady", umgedeutet in "lady", "ladyzzz"
oder "ladiez". Ladyfeste als Events verschiedener feministischer,
vielgeschlechtlicher Szenen finden seitdem weltweit, unter anderem auf Hawaii,
statt, seit 2003 in Deutschland in Hamburg, München, Berlin oder Stuttgart. Die
einzelnen Feste, die mehrtägig aus einer Kombination von Konzerten, Workshops,
Demonstrationen, Theater- oder Filmvorführungen abgehalten werden, setzen ihre
Schwerpunkte und Inhalte jeweils selbst. So lautete das Selbstverständnis des
Frankfurter (a. M.) Ladyfests im Jahr 2005: "Klar, dieses Fest will alles sein:
feministisch, queer und unkommerziell, sich gegen Kapitalismus, Rassismus und
Antisemitismus wenden, will öffentliche Freiräume schaffen und gegen
Zweigeschlechtlichkeit, Zwangsheterosexualität, Konkurrenzdenken, Schönheitsideale
und Alltagszwänge einen Raum bieten. Ist dieser Anspruch nicht etwas zu hoch?
Wie Luka Skywalker (DJane) in einem Interview mal sagte: 'Weil ich aber eine
Frau bin, muss ich außer Kunst zu machen, auch noch den Kapitalismus
abschaffen, neue Lebensformen finden, mein konstruiertes Geschlecht und das der
anderen reflektieren (...) und immer wieder mich selbst in Frage stellen'.
Deshalb haben wir bisher einige Schwerpunkte gesetzt, die für uns besonders
wichtig sind."5
Zentrale Aktionsformen, die auf den Ladyfesten (weiter)entwickelt und
diskutiert werden, sind Bühnenperformances, Straßentheater, "pink &
silver"-Demonstrationen und das "radical cheerleading", bei
denen schrill gekleidete Frauen, Männer und im Geschlecht kaum zu
unterscheidende Menschen öffentliche Räume beispielsweise mit spontanen
Straßenparties (zurück)erobern. Die Riot-Grrrl-/Ladyfest-Szene bietet Mädchen
(und Jungen) neue alternative Räume der Umdeutung und Selbstdarstellung. In ihr
werden gängige Rollenbilder und Geschlechteridentitäten reflektiert und/oder
politisch aufgeladen und bekämpft. Ein besonderes Merkmal dieser Szene ist ihre
weltweite Vernetzung über das Internet. Die Plattform http://www.myspace.com/ladyfesteurope
informiert über die Aktivitäten der
Szene in Europa. Für 2008 sind, Stand Januar 2008, zwölf Ladyfeste in Europa
geplant, davon vier in Deutschland in München, Rostock, Mülheim/Ruhr und Ruhr
(Dortmund/Bochum).
FemaleHiphop
Aktive
Frauen- und Medienplattformen gibt es aber auch in den männerdominierten Szenen
wie im HipHop. Der Umgang mit sexistischen Attitüden in dieser Szene, die sich
vor allem aus den Kunstformen Rap, DJing, Graffiti, Tanz und Beatboxing
zusammensetzt, ist unterschiedlich. Viele B-Girls und Rapperinnen reagieren auf
Nachfragen zu ihrer Stellung in der Szene empfindlich, setzen sich über
vorhandene Sexismen hinweg und machen 'ihr Ding' - mitunter mit
Geschlechtervorteil, meint Monica Hevelke, ein B-Girl aus Berlin: "Ich denke, es fällt grundsätzlich schwer,
sich in einer Gesellschaft zu behaupten, und beim Tanzen ist das nicht anders.
Als Frau hat man es, wenn man im HipHop aktiv ist, vielleicht sogar etwas
einfacher, weil es wenige Frauen gibt, und daher bekommt man viel mehr Aufmerksamkeit,
schon allein, weil man 'ne Frau ist. Da haben es die Männer schwerer, finde ich."
Respekt, ein zentraler Begriff in der HipHop-Szene, zollt Monica allen, die
sich aktiv in die Szene einbringen und daran arbeiten, ihre Fähigkeiten oder
Skills zu verbessern. Da macht sie keinen Unterschied zwischen männlich und
weiblich und meint, Respekt zeigten ihr für ihre Leistungen auch ihre
männlichen Tanzkollegen und andere Szenegänger. Sexismus ist für sie eine
Facette im HipHop, die sie auf die ursprünglichen Battle-Elemente unter Männern
in den schwarzen Vierteln der USA zurückführt. Ganz ähnlich argumentiert auch
die Rapperin Pyranja, eine der
wenigen HipHop-Frauen, die in Deutschland eine stärkere Medienaufmerksamkeit
genießt und ein eigenes Platten-Label betreibt. Pyranja stört sich eher an den vielen weiblichen Groupies in der
Szene, die den Jungs erst den Tick in den Kopf setzten, besonders gut zu sein.
Von programmatischen feministischen Ansätzen wie nach Geschlechtern getrennten
Trainings oder Musikproduktionen halten beide Frauen nichts, sondern plädieren
dafür, dass Mädchen schlicht aktiv werden und sich nicht von der Männerdominanz
in der Szene abschrecken lassen sollten.
Der
stärkeren Wahrnehmung und Wertschätzung von Frauen widmet sich ein Berliner
Internetprojekt. www.FemaleHiphop.net
wurde 2004 von Clara Völker, Redakteurin
bei der Zeitschrift DE:BUG – Magazin für elektrionische Lebensaspekte, Musik,
Medien, Kultur, Selbstbeherrschung, initiiert und bietet Frauen die
Möglichkeit, auf dieser Plattform ihre Aktivitäten vorzustellen und sich zu
vernetzen. Obwohl weibliche MCs, DJs, Writer oder Breaker in den Medien immer
stärker berücksichtigt werden, ist die
HipHop-Kultur aber noch weit davon entfernt, 'weiblicher' zu werden. Das hat
sie mit der Metal-, Hardcore-, nicht-rechten Skinhead- oder Skater-Szene
gemein, in der es ebenfalls aktive Frauen gibt, die nach außen in Kleidung und
Habitus an maskuline Inszenierungen angepasster erscheinen als sie sind. So
argumentieren viele weibliche Skinheads, die Renees, dass der vor allem in der
Sprache sehr verankerte Sexismus in der Skinhead-Szene nur deutlich
transportiere, was die meisten Männer in der Gesellschaft im Kopf hätten, sich
aber nicht zu sagen trauten. In der Wortwahl und teilweise auch im Style stehen
weibliche Skinheads ihren Geschlechtsgenossen in nichts nach, oft setzen sie,
so die Sozialpsychologin und Journalistin Susanne El-Nawab, noch eins drauf.
Auch in dieser Szene fühlen sich Frauen, die sich mit Szene-Wissen und
-Engagement wie Fotografieren oder der Mitarbeit an einem Fanzine einbringen,
trotz der starken Übernahme der maskulinen Verhaltenscodes emanzipiert.
Hyperfeminine Gothic Girls
In der
Gothic-Szene, die neben der Techno/Electro-Szene zu den wenigen Szenen gehört,
in der das Geschlechterverhältnis zahlenmäßig beinahe ausgeglichen ist, täuscht
der erste Blick auf die Szene ebenfalls: Das Frauen-Ideal der zerbrechlichen,
zarten, langhaarigen Frau und das androgyne Auftreten der Männer mit Rüschen,
Röcken, Schmuck und Schminke täuscht letztlich nicht über eine Hyperfeminität
hinweg, die Frauen dem gleichen Druck aussetzt, als Frau gesellschaftlich nur
anerkannt zu sein, wenn sie vor allem jung und schön ist. So klagt die
25-jährige Satyria aus Berlin über Atttraktivitätshierarchien in der Szene:
"An der Spitze der Hierarchie sind
natürlich die sehr feminin aufgemachten Frauen, die, ja, möglichst freizügig
gekleidet sind, ja. Und je weniger man dem klassischen Schönheitsideal
entspricht, das eigentlich auch im Mainstream gilt – das unterscheidet sich
dann nicht groß, höchstens in der Farbe der Sachen, die man anhat – also wenn
man vom Schönheitsideal abweicht, dann ist man auch in der Gothic-Szene nicht
so attraktiv, genau wie in der anderen Gesellschaft (...) ich styl mich nicht
so, ich versuch zwar auch, was aus mir zu machen, aber nicht in der Form, ich
zieh mich nicht so freizügig an. Und allein deshalb also entsprech ich schon
nicht dem Ideal und hab also nicht so große Chancen, und ja, bin ich in der
Hierarchie der Attraktivität schon mal ne Stufe drunter."6 Androgyn
gestylte Männer genießen in der Szene mehr Aufmerksamkeit als die Frauen,
beschwert sich Witchygoth im Internetforum des Gothic-Portals www.slashgoth.org: "Männer können Frauenkleidung tragen und
sofort atemberaubend aussehen, wohingegen wir Frauen Stunden damit verbringen,
uns fertig zu machen und doch nur genauso aussehen wie jedes andere Mal, wenn
wir ausgehen. Es ist einfach so frustrierend." 7
Der
kleine Einblick in verschiedene Jugendszenen zeigt, dass pauschale Aussagen
darüber, welche Rollen Mädchen und junge Frauen darin einnehmen, nicht möglich
sind. Vielmehr gibt es ganz unterschiedliche Strategien und Verhaltensweisen,
die im Geschlechterverhältnis über Anpassung, Abkopplung und Behauptungen
reichen. Mädchen sind, verglichen mit ihrem Engagement in den letzten
Jahrzehnten, aktiver und selbstbewusster geworden. Trotzdem ist das
Geschlechterverhältnis in den meisten Jugendkulturen nicht ausgeglichen, und
Mädchen sind mehrheitlich Konsumentinnen. Medien- und sozialpädagogische Arbeit
mit Mädchen kann daran arbeiten. Notwendig ist aber eine gleichermaßen
gendersensible Arbeit mit Jungen. Und die steckt noch in den Kinderschuhen.
Gabriele Rohmann, Magistra Artium für Sozialwissenschaften, lebt in
Berlin. Gemeinsam mit Klaus Farin Gründung und Aufbau des Archivs der
Jugendkulturen e. V. in Berlin. Pädagogische Leiterin des
Archiv-der-Kulturen-Projekts "Migrantenjugendliche und Jugendkulturen -
Culture on the Road". Chefredakteurin des Journals der Jugendkulturen.
Publikationen (Auswahl):
Spaßkultur im Widerspruch. Skinheads in Berlin
(1999), Entre Fronteras. Jugendkulturen in Mexiko (Hg. mit Manfred Liebel,
2006), Krasse Töchter. Mädchen in Jugendkulturen (Hg., 2007).
Mehr Informationen unter:
www.jugendkulturen.de,
www.culture-on-the-road.de, www.krasse-toechter.de
Anmerkungen:
1.
Höhn, Marco (2007): Visual Kei. Eine mädchendominierte Jugendkultur aus Japan
etabliert sich in Deutschland. In: Rohmann, Gabriele (Hg.): Krasse Töchter.
Mädchen in Jugendkulturen. Berlin: Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, S.
45-54
2.
vgl. Baldauf, Annette/Weingartner, Katharina (Hg.) (1998): Lips, Tits, Hits,
Power? Popkultur und Feminismus. Wien/Bozen: Folio, S. 26 f.
3.
Groß, Melanie (2007): Riot Grrrls und Ladyfeste - Angriffe auf die
heterosexuelle Matrix. In: Rohmann, Gabriele (Hg.): Krasse Töchter. Mädchen in
Jugendkulturen. Berlin: Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, S. 71-81
4. Gilbert, Laurel/Kile, Chrystal (1997):
SurferGrrrls. In:
SPoKK (Hg.): Kursbuch Jugendkultur. Stile, Szenen und Identitäten vor der
Jahrtausendwende. Mannheim: Bollmann Verlag, S. 221
5. Groß, ebd.,
S. 75
6.
Brill, Dunja (2007): Fetisch-Lolitas oder Junge Hexen? Mädchen und Frauen in
der Gothic-Szene. In: Rohmann, Gabriele (Hg.): Krasse Töchter. Mädchen in
Jugendkulturen. Berlin: Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, S. 55-70
7. Brill, ebd., S. 60.